Sonntagmorgen, 9:47 Uhr … noch 13 Minuten bis zum Gottesdienstbeginn. Dieses bekannte Gefühl im Magen, ich starre auf mein Handy. (Wer schon mal Lobpreis geleitet hat, kennt das ganz genau.)
- Unser Schlagzeuger ist nicht aufgetaucht … Ich hatte gerade eine SMS von ihm bekommen: "Ich dachte, ich habe diese Woche frei?"
- Unser Lead-Gitarrist suchte verzweifelt nach den Akkordblättern, die ich ihm vor drei Tagen geschickt hatte.
- Der Tontechniker fragte, in welcher Tonart wir "Great Are You Lord" spielen, und ich konnte mich ehrlich gesagt nicht mehr erinnern, ob ich ihm gesagt hatte, dass wir die Tonart ändern würden.
Das übliche Sonntagmorgen-Chaos ist nicht nur stressig, sondern auch anstrengend. Mein Name ist Emanuel Farcau, und in fast 10 Jahren als Lobpreisleiter bei Bethel Oradea habe ich eine entscheidende Lektion gelernt:
Die Klarheit für den Sonntagmorgen beginnt am Montag.
Jahrelang habe ich erst am Mittwochabend für den Gottesdienst geplant. Das wirkte flexibel. In Wirklichkeit habe ich damit bei allen unnötigen Stress verursacht.
1. Beginne mit der Planung am Montag
Hier ist die Wahrheit, die die meisten Lobpreisleiter auf die harte Tour lernen: Deine Sonntagmorgen-Erfahrung ist (meistens) direkt proportional dazu, wie früh du mit der Planung beginnst.
5–7 Tage machen den Unterschied
Wenn du fünf bis sieben Tage im Voraus planst, schenkst du deinem Team wertvolle Vorbereitungszeit:
- Dein Gitarrist kann die schwierige Bridge üben.
- Deine Sänger können die Liedtexte auswendig lernen.
- Dein Tontechniker kann die Szene für den kommenden Sonntag vorbereiten
Frühzeitige Planung gibt allen mentalen Freiraum. Wenn alle Ehrenamtlichen schon am Montag den Plan für Sonntag kennen, können sie sich die ganze Woche darauf einstellen. Vorbereitung wird dann ein Teil des Lobpreises und nicht ein Last-Minute-Chaos.
So sieht mein Planungs-Ritual am Montag jetzt aus:
- Mit dem Pastor abstimmen – Eine kurze Nachricht, um das Predigtthema und den Schlüssel-Bibeltext zu kennen, spart später viele Korrekturen.
- Songs auswählen, die zur Botschaft passen – Einen Ablauf schaffen, der die Gemeinde einlädt, auf die Predigt vorbereitet und am Ende Raum für eine Antwort bietet.
- Über praktische Details nachdenken – Tonarten (für die Gemeinde singbar?), Übergänge, und besondere Elemente.
- Sofort kommunizieren – Genau hier ging bei mir früher immer etwas schief.
Wie behalte ich den Überblick und organisiere das?
Früher habe ich Excel- oder Google-Tabellen genutzt, allen einzeln geschrieben, Akkordblätter per E-Mail verschickt und Rückmeldungen gesammelt. Anstrengend. Anfang dieses Jahres begann ich, OnStage zu verwenden – das brachte eine enorme Erleichterung.
Ich lege das Event am Montag an, füge die Songs hinzu, und alle bekommen sofort eine Benachrichtigung. Jeder kann seine Verfügbarkeit checken und mit der Vorbereitung beginnen, noch bevor ich nachhaken muss.
2. Gestalte einen klaren Gottesdienstablauf
Einer der am meisten unterschätzten Punkte bei der Gottesdienstvorbereitung ist ein absolut klarer Ablauf, den alle kennen und verstehen.
Ich habe das auf die harte Tour gelernt, als wir nach der Predigt einen schönen, besinnlichen Moment eingeplant hatten. Statt eines fließenden Übergangs entstand peinliche Stille, weil die Person am Präsentations-PC nicht wusste, was als Nächstes kommt. Der Moment war dahin.
Das Problem? Ich hatte einen klaren Ablauf im Kopf, aber nicht an alle kommuniziert, die ihn wissen mussten.
So baust du deinen Gottesdienstablauf
Hier ist eine einfache Grundstruktur:
| Begrüßung & Ankündigungen | 5 Min |
| Eröffnungsgebet | 2 Min |
| Lobpreis-Set | 20-25 Min |
| Begrüßung/Begegnung | 3 Min |
| Schriftlesung | 3 Min |
| Predigt | 35-40 Min |
| Antwort-/Altar-Dienst | 10-15 Min |
| Schlusslied | 4 Min |
Der Schlüssel: Mache es sichtbar und zugänglich für alle, die es brauchen.
Hier glänzt erneut unsere Planungs-App für Gottesdienste für uns.
Das gesamte Team – von der Lobpreisband über das Begrüßungsteam bis hin zur Person, die die Liedtexte steuert – öffnet die Veranstaltung in OnStage und sieht eine visuelle Zeitleiste.
Jeder weiß, wann er dran ist, was als Nächstes passiert und wer für welchen Teil verantwortlich ist.
- Unser Tontechniker sieht die Übergänge kommen.
- Der Medientechniker weiß, wann die Liedtexte bereitstehen müssen.
- Die Person für die Ankündigungen weiß genau, wann sie dran ist.
Übergänge planen
Der Raum zwischen den Elementen ist genauso wichtig wie die Elemente selbst. Funkstille tötet jede Dynamik. Baue deine Überleitungen direkt in deine Lobpreis-Software ein. Sei besonders klar, wer die Lesung übernimmt und wann. Stimme dich mit der Technik für Licht- und Medienwechsel ab.
Praktische Tipps:
- Bestimme einen Ablaufleiter, der die Elemente abruft und auf die Zeit achtet
- Schreibe Ein-Satz-Überleitungen zwischen den Liedern
- Verwende Countdown-Timer hinter der Bühne, um Funkstille zu vermeiden
Wenn jeder den Plan kennt, wird mit Selbstvertrauen umgesetzt.
3. Team-Kommunikation meistern
Gruppenchats sind super für schnelle Abstimmungen, aber schrecklich zur Verwaltung geplanter Informationen.
Samstagabend, 37 ungelesene Nachrichten im Gruppenchat des Lobpreisteams. Jemand fragt nach der Setlist für Sonntag. Das löst eine Seitenunterhaltung über die Lieder vom letzten Monat aus. Jemand postet ein Meme. Drei Daumen-hoch-Emojis. Und mittendrin versteckt: Unser Bassist schreibt, dass er es am Sonntag nicht schafft.
Ich habe es komplett übersehen.
Wenn du eine Kommunikations-App für Kirchen wie Messenger, eine SMS-Gruppe, WhatsApp oder Slack nutzt, gehen Nachrichten verloren. Wichtige Details verschwinden in der Masse. Viele hören auf, mitzulesen, weil das Verhältnis von Wichtigem zu Belanglosem zu schlecht ist.
- Jede Information sollte eine eindeutige Quelle haben. Sie sollte nicht über SMS, E-Mails und Gespräche verstreut sein. Ein Ort, wo jeder nachschauen kann.
- Geplante Informationen (wer ist dran, Songs, Zeiten) gehören nicht in Gruppenchats, sondern in ein festes System.
OnStage hat unsere Kommunikation verändert
Mit OnStage sind wir von 15+ Textnachrichten pro Gottesdienst auf praktisch null gewechselt. Und unsere Ehrenamtlichen sagen, dass sie sich besser informiert fühlen, weil sie keine Angst haben, etwas zu verpassen.
Statt Chaos im Gruppenchat schaut jetzt jeder für seinen Einsatz in die App – von Bandmitgliedern bis zu Begrüßern und Technikteam.
Wenn jemand sich als nicht verfügbar markiert, sehe ich das sofort. Wenn ich Songs tausche oder Abläufe aktualisiere, sieht das ganze Team die Änderungen direkt.
Klarheit zu den Rollen beseitigt Verwirrung
OnStage lässt uns all das an einem Ort organisieren – nicht nur für die Band, sondern alle Ehrenamtlichen, die am Sonntagmorgen im Einsatz sind.
- Unsere Begrüßer sehen ihren Dienstplan.
- Die Koordinatoren der Kinderarbeit können sehen, wer bei den Jungen Klasse 4-7 hilft.
- Unsere Ankündigungs-Person weiß, wann sie dran ist und was zu sagen ist.
Jede Rolle wird schon zu Wochenbeginn klar zugeteilt:
- Wer leitet den Lobpreis
- Wer spielt welches Instrument
- Wer bedient Ton, Medien, Licht
- Wer übernimmt die Schriftlesung oder das Gebet
- Wer ist im Begrüßungsteam
- Wer betreut den Kindereinlass
- Wer übernimmt die Ansagen
Das war für uns ein echter Wendepunkt, denn der Sonntagmorgen dreht sich nicht nur um das Lobpreisteam. Vielmehr arbeiten dutzende Freiwillige aus verschiedenen Bereichen gemeinsam, mit klar definierten Rollen.
Plan für kurzfristige Änderungen
Das Leben spielt manchmal anders. Menschen werden krank. Autos gehen kaputt. Erstelle einen Kommunikationsplan:
- Wie teilen Teammitglieder mit, dass sie nicht kommen können?
- Wie schnell antwortest du darauf?
- Wer sind deine Ersatzleute für jede Rolle?
- Wie informierst du das Team über Änderungen?
Wenn das schriftlich festgehalten ist, entsteht keine Panik, wenn jemand am Samstagabend absagt.
4. Rüste deine Musiker zur Vorbereitung aus
Unser Gitarrist kam einmal voller Selbstvertrauen – allerdings in der falschen Tonart. Wir hatten "How Great Is Our God" nach G transponiert, aber er hatte die ganze Woche über in A geübt mit einem Online-Chart.
Die Lektion: Es reicht nicht, dem Team nur die Songs zu nennen. Du musst ihnen die Ressourcen zur Verfügung stellen, die sie für eine korrekte Vorbereitung brauchen.
1. Erstelle eine Song-Ressourcenbibliothek
Jahrelang habe ich Ressourcen im Chaos verwaltet:
- Pdfs per E-Mail (oft in falscher Tonart)
- YouTube-Links per SMS
- Audiodateien in Dropbox hochladen
- Hoffen, dass jeder findet, was er braucht
Der Durchbruch: Das Anlegen einer einzigen Bibliothek, in der zu jedem Song alles bereitsteht, was ein Teammitglied benötigt. Für jeden Song:
- Akkordblatt in unserer Standard-Tonart
- Text mit unserem speziellen Arrangement
- Audio-Referenz
- Spielhinweise ("Gitarre steigt in Vers 2 ein", "Steigerung beim letzten Chorus")
Das Format ist weniger wichtig als Vollständigkeit und Zugriffsmöglichkeit.
2. Löse das "Tonart-Problem"
Tonart-Verwirrung ist eine der häufigsten Katastrophen am Sonntagmorgen. Unsere Musiker lieben es, dass in OnStage jeder Song bereits das Akkordblatt in unserer bevorzugten Tonart hat. Muss ich was anpassen, transponiere ich einmal und alle sehen die Änderung.
Mache die Tonart unmissverständlich klar und stelle die Ressourcen genau in dieser Tonart bereit.
3. Unterschiedliche Leistungsstände berücksichtigen
Die meisten Musikteams in Kirchen haben verschiedene Fähigkeitsstufen. Deshalb sollte auch dein Auswahlprozess für das Lobpreisteam das berücksichtigen oder Spielräume lassen. Ein Gitarrist, der alles vom Blatt spielt, und ein Bassist, der noch am Lernen ist. Sängerinnen, die spontan mehrstimmig singen, und solche, die ihren Part zigmal üben müssen.
Das ist kein Problem, das gelöst werden muss, sondern eine Realität, für die du planen solltest:
- Für Anfänger: Zusätzliche Ressourcen zur Verfügung stellen. Anleitungsvideos. Vereinfachte Akkordblätter. Übungstracks, bei denen ihr Part isoliert ist.
- Für Fortgeschrittene: Freiraum geben, ihren Stil einzubringen, aber auch klar machen, was nicht verhandelbar ist.
- Für alle: Die Erwartung deutlich machen, dass jeder vorbereitet zum Sonntag kommt – und nicht erst dann seine Parts lernt.
Der Stress am Sonntagmorgen hat meist nichts mit dem Sonntag zu tun.
Es geht um Entscheidungen, die du in der Woche zuvor nicht getroffen hast. Unklare Kommunikation. Fehlende Ressourcen. Systeme, die noch nicht richtig funktionieren.
Wenn du:
- Plane frühzeitig und gib deinem Team Zeit zur Vorbereitung
- Erstelle klare Serviceabläufe, die für alle sichtbar sind
- Zentralisiere die Kommunikation, damit nichts verloren geht
- Statte Lobpreisleiter mit den notwendigen Ressourcen aus
- Überprüfe und optimiere regelmäßig, damit du dich stetig verbesserst
...verwandeln sich Sonntagmorgen von chaotischem Durcheinander in ruhige, selbstbewusste Gottesdiensterfahrungen.
Die Rolle von Tools und Systemen
Aber als wir Anfang dieses Jahres OnStage entdeckt haben, wurde alles an einem Ort vereint.
- Unsere ehrenamtlichen Helfer schätzen, wie einfach es ist – egal ob sie im Lobpreisteam, im Begrüßungsteam oder in der Jugendarbeit sind.
- Unsere Musiker freuen sich darüber, Akkordblätter, Audiodateien und Hinweise zur Performance immer griffbereit zu haben.
- Unser Medienteam weiß genau, welche Liedtexte sie einspielen müssen.
Und ich verbringe weniger Zeit mit der Organisation und habe mehr Gelegenheit, für unsere Lobpreiszeiten zu beten. Ganz gleich, ob du OnStage, den Planning Center oder SteepleMate verwendest – die Realität ist diese:
Der Unterschied zwischen verstreuten Tools und einem einheitlichen System ist nicht nur Effizienz, sondern Seelenfrieden.
Dein Team weiß, wo es Informationen findet. Du weißt genau, dass alle auf dem gleichen Stand sind. Sonntagmorgen fühlt sich nicht mehr wie Flickwerk und Stoßgebete an.
Wenn du nach einer einfacheren Möglichkeit suchst, Gottesdienste zu planen, sieh dir OnStage unter getonstage.app an. Sie bieten einen kostenlosen Plan an und ihr Team versteht sich auf die Organisation von Kirchenabläufen und die Einrichtung effektiver Kirchen-Workflows, weil sie selbst aus der Gemeindearbeit kommen.
Ein abschließender Gedanke:
Sonntagmorgen müssen nicht stressig sein. Mit den richtigen Gewohnheiten und passenden Tools kannst du dein Lobpreisteam führen – mit Selbstvertrauen und sogar Freude am Prozess.
Tools und Systeme sorgen nicht für Anbetung. Sie nehmen nur die Reibung, die sie verhindert.
Wenn dein Schlagzeuger nicht in Panik gerät, weil er nicht weiß, ob er da sein soll. Wenn deine Sängerin nicht verzweifelt den richtigen Ton sucht. Wenn dein Tontechniker nicht mit dem Ablauf überfordert ist. Wenn du nicht in der Organisation untergehst...
...dann kannst du dich endlich auf das konzentrieren, wozu du berufen bist: Menschen in die Gegenwart Gottes zu führen.
Der Knoten im Magen? Den musst du nicht haben.
Du schaffst das.
