Gespräche über pastorale Selbstfürsorge beginnen meist mit einem Problem:
- Ausbrennungsraten
- Abbruchraten im Dienst
- das nicht nachhaltige Tempo moderner Gemeindeleitung.
Die vorgeschlagenen Lösungen beinhalten oft bessere Rhythmen, Strukturen zur Rechenschaft, weniger späte Nächte, mehr Freiraum usw... All das ist nicht falsch, aber es setzt das Pferd hinter den Wagen.
Die Welt bietet uns Praxis für Selbstfürsorge an. Sie empfiehlt eine Liste von Gewohnheiten, die nur so lange funktionieren, bis die Umstände, die sie einfach machen, verschwinden – dann sind sie das Erste, was wegfällt.
Im Gegensatz dazu sind es die Pastoren, die jahrelang im Dienst bleiben, die gesunde Überzeugungen über Gott haben. Diese drei Wahrheiten über Gottes Wesen, Absicht und Schöpfung verwandeln – wenn man sie glaubt und lebt – deine Erfahrungen im Dienst.
1. Gottes Genügsamkeit hängt nicht von deiner Leistungsfähigkeit ab
Gott braucht dein Tun nicht, um seine Absichten zu verwirklichen. Der theologische Begriff dafür ist Aseität (Gottes Selbstexistenz und Selbstgenügsamkeit). Er schöpft nicht aus äußeren Ressourcen. Der Dienst ist seine Mission, getragen von seinem Geist, gelenkt von seinem Willen.
Da Gott genügt und du nicht, ist Gebet mehr als eine spirituelle Aufwärmübung für die Arbeit des Tages.
Gebet bedeutet, demütig auf Den zuzugehen, der hat, was die Arbeit erfordert, und Ihm zu sagen, dass du es nicht hast.
- „Ich kann diese Person nicht durch ihre Trauer begleiten. Du kannst es.“
- „Ich weiß nicht, was diese Gemeinde braucht. Du weißt es.“
- „Diese Predigt übersteigt mich. Ich brauche Dich, um durch sie zu sprechen.“
Im Gebet geht es darum, dass deine Bedürfnisse in Jesus gestillt werden, nicht um den Erfolg sicherzustellen. Gott genügt, und Er wird geben, was du nicht liefern kannst.
Solch ein Gebet braucht kein langes Ritual oder eine ungestörte Stunde (auch wenn mehr Zeit selten schadet). Was es braucht, ist Ehrlichkeit. Ehrlichkeit setzt die Überzeugung voraus, dass es Einen gibt, dem man ehrlich begegnen kann – Einen, dessen Genügsamkeit die Lücke ausfüllt, die deine Unzulänglichkeit entstehen lässt.
2. Deine Gemeinde gehört Gott (also darfst du eine Pause machen.)
Als Pastoren nehmen wir die Sorgen der Gemeinde auf einzigartige Weise auf. Wenn es gut läuft, nehmen wir leicht das Lob dafür an. Und wenn es schlecht läuft, tragen wir auch dieses Gewicht. Mit der Zeit verschmelzen der Zustand der Gemeinde und die Identität des Pastors derart, dass es beinahe unmöglich wird, sich zurückzuziehen, ohne ein Gefühl des Verlassens zu empfinden.
Die Wurzel dieses Musters ist eine theologische, nicht bloß eine emotionale.
Jesus sagte, dass Er seine Gemeinde bauen wird (Matthäus 16,18). Das ist ein gegenwärtiger, fortlaufender Besitzanspruch. Er hält das Bauprojekt in der Hand. Du hast eine Rolle darin.
Das Sabbatgebot, das nicht im menschlichen Bedürfnis, sondern im göttlichen Muster (2. Mose 20,11; Gottes Ruhe in 1. Mose 2) verankert ist, ist die eingebaute Erinnerung des Schöpfers an diesen Unterschied.
Er ruhte nicht, weil er müde war, sondern weil das Werk seins war und er vollendet hatte, was er beabsichtigte – für diese Etappe.
Du ruhst aus demselben Grund: Die Arbeit ist seine, er gestaltet ihre Vollendung, und du bist Teilnehmer, nicht die tragende Konstruktion.
Mit dieser Wahrheit wird Ruhe zu einem Akt des Vertrauens und des Bekenntnisses. Du hältst Sabbat, nicht weil du deine Arbeit beendet hast, sondern weil du glaubst, dass Gott seine niemals unterbricht. Dein freier Tag ist Dienst in einer anderen Tonart.
Du verkörperst mit deinem Körper, was du mit deinem Mund predigst: Das Reich Gottes rückt nicht mit menschlicher Kraft voran.
Schütze einen Tag pro Woche als wirklich unproduktiven Tag.
Keine Predigtvorbereitung.
Keine E-Mails.
Keine „schnellen“ seelsorgerlichen Nachfragen.
Lass das Unbehagen dieser Disziplin an die Oberfläche bringen, was du tatsächlich darüber glaubst, wer die Gemeinde baut. Wenn die Unruhe an deinem freien Tag aufkommt – und das wird sie –, versuche nicht sofort, sie zu kontrollieren. Frage dich stattdessen: Vertraue ich darauf, dass Gott für das, was ich gerade nicht tue, ausreichend ist?
3. Gott hat dich mit endlichen Grenzen geschaffen.
Gott hat dich mit einem Körper, in einer bestimmten Lebensphase und mit einem bestimmten Set an Fähigkeiten geschaffen. Er wusste, was Er tat. Die Grenzen des pastoralen Dienstes sind Teil unserer Gestaltung, keine Verletzung davon:
- Die Unfähigkeit, rund um die Uhr verfügbar zu sein
- Jedes Bedürfnis der Gemeinde tragen zu können
- Jedes Gespräch an jedem Tag mit voller Präsenz führen zu können
Grenzen erinnern mich daran, dass ich ein einzelner Mensch bin. Die Gemeinde hat Bedürfnisse, die die Kapazitäten einer Person übersteigen, und genau deshalb existiert die Kirche als Gemeinschaft und nicht als Ein-Pastor-Betrieb.
Der Pastor, der nicht Nein sagen kann, ist unehrlich in Bezug auf die eigenen Grenzen und Gottes Genügsamkeit.
Wenn du eine Grenze setzt, verweist du den Gemeindemitglied, implizit oder explizit, auf einen Gott, der verfügbar ist, sowie auf eine Gemeinschaft, die gerade deshalb existiert, weil eine Person nicht und auch nicht sein sollte, die alleinige Ressource für alle zu sein.
- Identifiziere die Grenze, von der du weißt, dass du sie brauchst, die du aber bisher nicht gesetzt hast.
- Identifiziere den Glaubenssatz, den diese Grenze bedroht. ("Wenn ich nicht antworte, geht etwas schief, das ich hätte verhindern sollen.")
- Bring diesen Glaubenssatz zur Schrift und frage dich, ob er Gott gehört oder dir.
Die Welt predigt eine Selbstfürsorge, die von Produktivität handelt.
Jesus bietet eine Ruhe an, die im Vertrauen wurzelt.
Wenn du dich überfordert fühlst, ausgebrannt bist oder unter Angst leidest ... du wirst kein Leben in einem neuen, glänzenderen Set an Gewohnheiten finden. Entdecke stattdessen Ruhe, Freude und Erfüllung bei Dem, der dich am besten kennt. Jesus starb, um Seine Braut zu sichern ... lerne, Ihm zu vertrauen, dass Er deine Zukunft (und die Zukunft deiner Gemeinde) in Händen hält.
Und dann: Mach eine Pause.
