Als ich meine erste Kirchenwebseite gebaut habe (das war Anfang der 2010er Jahre), habe ich Stunden damit verbracht, jede Seite zu perfektionieren, indem ich Software zum Erstellen von Kirchenwebseiten verwendet habe. Einen Tag oder so, bevor die Seite online gehen sollte, fiel mir auf, dass ich die „Über uns“-Seite der Kirche vergessen hatte. In aller Eile habe ich dann eine Seite zusammengestellt mit einer schnellen Beschreibung der Gottesdienste, ein paar Standortinfos, und das Ganze damit abgehakt.
Ich fasse mir heute noch an den Kopf, wenn ich daran denke. Und das ist das Problem, wenn man (so wie ich damals) eine Seite zusammenpfuscht:
- Besucher bekommen einen generischen oder wenig einprägsamen Eindruck von unserer Kirche.
- Man verpasst die Chance, Menschen gezielt zu einem Besuch einzuladen.
- Man verliert potenzielle Kontakte, weil die Seite mehr als Lückenfüller wirkt statt als Einladung.
Das passiert, weil wir nicht strategisch über die Über-uns-Seite nachdenken. Sie ist ein essentielles Werkzeug im Gemeindeleben! Sie kann die Brücke schlagen zwischen eurem Online-Auftritt und echten Beziehungen zu neuen Besuchern. Deshalb zeigt dir dieser Leitfaden, wie du eine „Über uns“-Seite erstellst, die wirklich funktioniert.
Du lernst:
- Wie du Besucher wahrgenommen und wertgeschätzt fühlen lässt.
- Wie du deine „Über uns“-Seite nutzt, um Menschen zu einem Besuch zu führen.
- Wie du eine klare und ansprechende Botschaft formulierst, die das Herz deiner Kirche widerspiegelt.
Steigen wir ein und erstellen wir eine Seite, die einen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Eine wirkungsvolle Kirchenwebseite ist ein Werkzeug der Gemeindearbeit, das mehr Menschen in eure Gemeinschaft einlädt, wo sie Jesus begegnen werden.
Jake Campbell, SundayBest.io

Die Top 5 Dinge, die auf der ‚Über uns‘-Seite deiner Kirche stehen sollten
Das sind die fünf wichtigsten Elemente, die deine ‚Über uns‘-Seite braucht:
1) Eine herzliche Begrüßung
Ist dein Willkommen in der Kirche freundlich und einladend? Eine freundliche Begrüßung auf der Kirchenwebseite ist das Erste, was Besucher sehen. Es ist ein bisschen wie in einem Café: Wenn die Person an der Kasse mürrisch ist, verliert das ganze Erlebnis an Qualität – selbst wenn die Person, die deinen Latte bringt, freundlich lächelt.
Ein Video zu nutzen, ist vermutlich die effektivste Methode, um einen freundlichen Empfang auf eurer Startseite zu gewährleisten. Ein Begrüßungsvideo kann das Erlebnis auf der Kirchenwebseite menschlicher machen, indem es ein freundliches Gesicht (oder mehrere) und eine einladende Atmosphäre zeigt.
Wenn ein Video (wie das oben) gut gemacht ist, bekommen Besucher sofort einen authentischen Eindruck von Menschen und Atmosphäre, die sie vor Ort erwarten. Das schafft von Anfang an eine positive emotionale Verbindung.
Praktische Tipps für eine herzliche Begrüßung:
- Zeige echte Gesichter – Menschen möchten die Gemeinschaft sehen, der sie beitreten könnten! Je nahbarer, desto besser.
- Stelle Werte wie Akzeptanz und Zugehörigkeit in den Vordergrund: „komm wie du bist“, „wir können es kaum erwarten, dich kennenzulernen“, „auch wenn das dein erster Kirchenbesuch ist“, usw.
- Füge persönliche Akzente hinzu, z. B. eine Nachricht vom Pastor oder von Ehrenamtlichen.


2) Klare Kirchen-Mission und Vision
Mission- und Visionsaussagen sind unerlässlich für eine gute „Über uns“-Seite einer Kirche. Sie zeigen klar den Zweck Ihrer Kirche auf und helfen Besuchern zu verstehen, wer Sie als Leib Christi sind und welche Rolle Sie in der Gemeinschaft einnehmen.
Diese Aussagen dienen als fundamentales Werkzeug, um mit potenziellen Mitgliedern in Kontakt zu treten, indem sie Werte vermitteln, die tief mit deren Überzeugungen übereinstimmen. Wenn Sie die Mission und Vision Ihrer Kirche auf einer gut gestalteten Kirchenwebsite präsentieren, schaffen die Aussagen Vertrauen und Zugehörigkeit.


Wenn Sie Inhalte für Ihre Website erstellen und Mission sowie Vision kommunizieren, denken Sie daran, KLAR und PRÄGNANT zu sein. Hier gewinnt die Kürze, versprochen! Schauen Sie sich wirksame Kirchvisionsaussagen an, um zu sehen, wie erfolgreiche Gemeinden ihren Auftrag präzise vermitteln. Nichts schreckt einen Besucher mehr ab, als ein seitenlanger Aufsatz auf Ihrer Website.
Ihre Kirchenwebsite sollte wie eine gut organisierte Küche sein. Das Wesentliche (die Dinge, die man am meisten braucht) wird auf den Arbeitsplatten aufbewahrt. Andere Gegenstände, die zwar wichtig, aber nicht immer im Gebrauch sind, liegen in Schubladen und Schränken. Aber stellen Sie sich vor, alles läge auf der Arbeitsplatte! Überladen und unübersichtlich ... Genau das passiert, wenn Kirchen versuchen, auf ihrer Website alles zu zeigen.
Jake Campbell, SundayBest.io
Praktische Tipps für prägnante Missions- und Visionsaussagen:
- Halten Sie es einfach und direkt, mit klarer, leicht verständlicher Sprache. Als Faustregel gilt: Bleiben Sie unter 100 Wörtern.
- Welche Handlung strebt Ihre Gemeinde an? Verwenden Sie Verben wie dienen, wachsen, leiten, lernen, verwandeln.
- Abstimmung mit der Identität Ihrer Gemeinde: Mission und Vision sollen Ihre einzigartige Kultur und Werte widerspiegeln (z.B. soziale Gerechtigkeit, Familienarbeit, Gemeindegründung, ländliche Gemeinschaft, Multikulturalität usw.).
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3) Die Geschichte Ihrer Kirche
Es ist wichtig, auf Ihrer Über-uns-Seite einen kurzen Abschnitt zur Kirchengeschichte einzufügen – so schaffen Sie Verbindung. Es muss nicht lang sein, sollte aber Folgendes beinhalten:
- Gründungsjahr Ihrer Gemeinde
- Der Grund, warum Ihre Kirche existiert
- Wichtige Meilensteine der Kirche (können Sie zeigen, welche Rolle Ihre Gemeinde für die christliche Gemeinschaft spielt?)
Für einen tieferen Einblick in die Kunst des Geschichtenerzählens erklärt Brady Shearer, dass immer dann, wenn Sie etwas zu kommunizieren haben (und möchten, dass es gut gemacht wird), Storytelling eine Rolle spielt.
Northside Church macht es hervorragend vor und erzählt die Geschichte ihrer Kirche in nur drei Sätzen (dies sei Ihre freundliche Erinnerung, dass Ihre Geschichte nicht eine ganze Seite beanspruchen muss).

Mosaic Church fasst ihre Kirchengeschichte etwas ausführlicher, aber dennoch in drei Abschnitten zusammen:
- Wie alles begann
- Die Vision der Kirche
- Wohin sie gehen möchten

Praktische Tipps zum Erzählen Ihrer Kirchengeschichte:
- Fokussieren Sie sich auf das „Warum“ Ihrer Kirche (warum wurde sie gegründet und welches Bedürfnis sollte erfüllt werden?)
- Integrieren Sie ein persönliches Zeugnis von einer Leitungsperson, einem Pastor oder Mitglied
- Erzählen Sie nicht nur, sondern zeigen Sie es! (nutzen Sie Videos oder Fotos, um die Geschichte zu ergänzen)
Auch wenn Sie eine großartige Gemeinde haben – wenn Ihre Website nicht ansprechend ist, werden neue Gäste viel seltener vorbeikommen.
Jake Campbell, SundayBest.io
4) Großartige Bilder und persönliche Geschichten
Authentische Bilder haben die Kraft, eine emotionale Verbindung zu Ihren Seitenbesucher:innen herzustellen. Auch wenn Fakten und Informationen wichtig sind, entscheiden sich Menschen häufig auf Grundlage ihres Gefühls.
Bilder von Mitgliedern, die gemeinsam Gottesdienst feiern und dienen, oder nach dem Gottesdienst bei einer Tasse Kaffee – all dies vermittelt die Persönlichkeit und Kultur Ihrer Kirche.
Menschen brauchen einen Bezugspunkt, damit sie sich selbst als Besucher:innen vorstellen können (Tipp: bitte verzichten Sie auf Stockfotos – diese wirken oft unpersönlich und austauschbar).


Praktische Tipps für persönliche Geschichten und Fotos:
- Heben Sie Geschichten von Zugehörigkeit und Veränderung aus Ihrer Gemeinde hervor
- Nutzen Sie Schnappschüsse (denken Sie an das Gegenteil der gestellten Schulfotos)
- Kombinieren Sie visuelle Eindrücke und Testimonials mit Mission und Werten Ihrer Kirche
5) Ein CTA für Besucher:innen
Der CTA („call-to-action“; Handlungsaufruf). Egal ob Sie ihn mögen oder nicht – Sie brauchen ihn. Denken Sie an Jesus: Verkündigte er einfach nur die Gute Nachricht und ging dann weiter, oder forderte er die Menschen auf, ihm zu folgen?

In über 20 Stellen im Neuen Testament sagt Jesus zu den Menschen: „Folge mir“:
- In Matthäus 4,19 sagte er zu seinen Jüngern: „Folgt mir nach, und ich will euch zu Menschenfischern machen.“
- In Johannes 1,43: „Am nächsten Tag wollte Jesus nach Galiläa aufbrechen. Er fand Philippus und sagte zu ihm: ‚Folge mir nach.‘”
- Er sagte das Gleiche auch zu Levi, dem Zöllner, in Lukas 5,27.
Menschen brauchen Einladungen. Genau das machen CTAs.
Besucher, die auf einer Kirchenwebsite landen, sollten eine ganz offensichtliche Möglichkeit zur Kontaktaufnahme haben, d.h. einen Call-to-Action (CTA), der sie dazu auffordert:
- An einem Gottesdienst teilzunehmen
- An einer Veranstaltung teilzunehmen oder sich dafür anzumelden
- Sich mit einer Kleingruppe zu verbinden
- Eurer Kirche auf Social Media zu folgen
- Den Newsletter zu abonnieren
- Ein Kontaktformular auszufüllen
Vielleicht veranstaltet eure Kirche regelmäßig Taufgottesdienste? Dann könntet ihr einen CTA wie „Mach den nächsten Schritt“ verwenden, der auf eine Seite über die Taufe verweist.
Beispiele für „Next Steps“:
- Besuch planen
- Anmeldung zu [hier Veranstaltung, Kleingruppe o.ä. einfügen]
- Den nächsten Schritt machen (z. B. mehr über die Taufe erfahren)
- Eine Predigt anschauen
- Folge uns auf [hier Social-Media-Kanal einfügen]
Lobende Erwähnung: Verlinke auf die Seiten mit Kirchenmitarbeitenden / Leitungs-Biografien
Erwäge, Biografien wichtiger Kirchenleiter einzubinden! Leitungs- oder Teamvorstellungen ermöglichen es Neulingen, etwas über die Leiter, deren Hintergründe und ihre Leidenschaft für den Dienst zu erfahren. Das macht sie nahbar und zugänglich.
Menschen freuen sich, online schon einmal Gesichter zu sehen, nach denen sie sonntags Ausschau halten können. Ergänze also unbedingt Fotos und ein paar persönliche Details — etwa Hobbys, Lieblingsbibelverse oder eine Eigenart.

Lobende Erwähnung: Plane-deinen-Besuch-Bereich einfügen
Ein Bereich oder eine Seite „Plane deinen Besuch“ überwindet Barrieren für Erstbesucher, indem praktische Details bereitgestellt werden, wie:
- Gottesdienstzeiten
- Ort
- Parkmöglichkeiten
- Was erwartet mich?
- Infos zum Kinderprogramm
Das nimmt Erstbesuchern die Angst und lässt eure Kirche einladend und nahbar wirken. Es ist eine einfache Möglichkeit, Onlinebesucher zu ermutigen, den nächsten Schritt zu machen und persönlich vorbeizukommen. Das hilft auch, ihren „Kaufprozess“ zu starten: Sie bereiten sich innerlich auf einen Besuch vor.

Kostenloser Download: Checkliste für die Über-uns-Seite
Ich habe für euch ein Bonus-Spickzettel erstellt (weil ich weiß, dass ihr viel zu tun habt) mit den wichtigsten Dos und Don'ts für eure „Über-uns-Seite“. Schnappt ihn euch, druckt ihn aus, speichert ihn für später.

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