Kann man sich für jemanden etwas mehr wünschen, als er es selbst möchte?
Kürzlich habe ich auf TheLeadPastor.com eine Umfrage unter leitenden Pastoren zu ihrer größten Herausforderung durchgeführt. Die Auswahl umfasste Einsamkeit, finanziellen Druck, Umgang mit Kritik und die Belastung, andere durch ihren persönlichen Schmerz zu begleiten, während man mit der eigenen psychischen Gesundheit ringt.

Hungerproblem: Viele Pastoren sehen geistliche Gleichgültigkeit als ihre größte Herausforderung und stellen ein mangelndes Engagement in ihren Gemeinden fest.
Kultureller Kontext: Geistlicher Hunger kann in Kulturen des Überflusses vermindert sein, was zu weitverbreiteter Gleichgültigkeit führt.
Beziehungsorientierte Nachfolge: Wirksame Treue erfordert das Investieren in persönliche Beziehungen, anstatt sich nur auf Programme zu verlassen.
Treue-Herausforderung: Es wird schwierig, treu zu bleiben, wenn Gemeinden sich in ihrer Komfortzone befinden und kein Dringlichkeitsgefühl für geistliche Bedürfnisse haben.
Was ich aus den Ergebnissen schließe
Das häufigste Ergebnis war *Menschen zu dienen, die scheinbar kein geistliches Verlangen haben*, mit 57 Stimmen. Danach folgte finanzieller Druck mit 28 Stimmen.
Ich habe diese Ergebnisse einigen TheLeadPastor.com-Lesern und -Mitwirkenden vorgestellt, um ihre Einschätzung zu bekommen. Nach regen Diskussionen kristallisierten sich mehrere Hauptthemen heraus.
1. Kulturelle Betonung auf schnelle Lösungen
Mehrere Pastoren äußerten, dass Menschen oft nach schnellen Lösungen für ihre Probleme suchen, statt einen tieferen Glauben zu verfolgen. Aus dieser Sicht würde eine echte Erweckung geistlichen Verlangens viele sekundäre organisatorische und persönliche Herausforderungen fast schon von selbst lösen oder verbessern.
2. Ein Rückgang des Fokus auf persönliche Jüngerschaft
Ein sehr erfahrener Pastor meinte, der Rückgang hänge mit dem schrittweisen Verlust der langsamen, kostspieligen und zutiefst persönlichen, beziehungsorientierten Jüngerschaft zusammen. Er schlug vor, dass eine zu starke Abhängigkeit von Programmen oder Großveranstaltungen echte Teilhabe nicht fördert.
3. Kulturelle Betonung auf persönlichen Komfort
Ein häufig auftauchendes Thema war, dass materieller Überfluss, Komfort und eine Kultur der Bequemlichkeit zwangsläufig Trägheit hervorrufen. Wenn Menschen sich wirtschaftlich und in ihren Erfahrungen vollkommen gesättigt fühlen, spüren sie selten ein tieferes Bedürfnis ... das führt zu größerer geistlicher Gleichgültigkeit.
4. Verzerrte Ergebnisse?
Ein Pastor schlug vor, dass Befragte bei der Umfrage eher zugaben, mit geistlicher Gleichgültigkeit zu kämpfen, als mit anderen Problemen. Es wurde angemerkt, dass Leiter bei einer Umfrage wohl geistliche Gleichgültigkeit wählen, weil das als eine "sichere", weniger verletzliche Eingeständnis erscheint als tiefe persönliche Kämpfe wie Einsamkeit offenlegen zu müssen.
Doch selbst wenn das einfacher einzugestehen ist, bleibt es in der Praxis äußerst entmutigend, mit weit verbreiteter Gleichgültigkeit in der Gemeinde konfrontiert zu sein.
Letztlich können wir geistliches Verlangen nicht künstlich herstellen.
Wir können Bedingungen dafür schaffen und es nähren, wenn wir es finden, aber wir können es nicht für jemanden wollen, der kein Bedürfnis danach verspürt.
In einem Umfeld des Mangels erscheint geistliches Verlangen völlig nachvollziehbar. Ein empfundenes Bedürfnis ist überall spürbar. Aber in einer Kultur des Überflusses? Menschen empfinden wahres Bedürfnis eher selten. Vielleicht gilt das auch in Bezug auf Gott.
Was bedeutet Treue in so einem Umfeld?
Die Umfrage kann nicht klären, ob die nordamerikanische geistliche Gleichgültigkeit ein Problem der Jüngerschaft, ein kulturelles Problem, etwas von der Kirche Erschaffenes oder etwas von ihr Geerbtes ist.
Drängt der Überfluss, in dem wir leben, das Bedürfnis, das die Menschen historisch zu Gott getrieben hat, in den Hintergrund?
Die größte Herausforderung für einen Pastor ist es, treu zu bleiben. Das ist eine einfache Theologie, wenn man von Begeisterung, Euphorie und wachsenden Zahlen umgeben ist. Es ist jedoch eine schwierige Theologie, angesichts von Gleichgültigkeit.
Ich glaube nicht, dass einer der Pastoren, mit denen ich gesprochen habe, das Rätsel ganz gelöst hat.
Ich weiß, ich habe es nicht. Aber mehr als 30 % der leitenden Pastoren nennen geistliche Gleichgültigkeit als ihre größte Herausforderung. Das reicht, um die Frage gemeinsam ehrlich zu stellen.
Was meinst du, was dahintersteckt?
