Im Dezember füllen sich Kirchenbänke im ganzen Land mit Gemeindemitgliedern und Besuchern, die Gottes Geschenk von Christus Jesus feiern. Die Weihnachtszeit fördert einen Geist der Großzügigkeit unter Christen und motiviert sie zum Geben, was sich jedes Jahr in den Kirchenspenden widerspiegelt.
Dezember ist der spendenstärkste Monat für Kirchen und macht fast 14 % der jährlichen Gesamtsumme aus. Gemeindeleiter haben somit die Gelegenheit, diesen Geist der Großzügigkeit zu nutzen, um ihren Organisationen zu helfen, ihre Gemeinden das ganze neue Jahr über zu unterstützen.
Meine Erfahrung als ordinierter Pastor hat mir gezeigt, dass das Thema Spenden zu den Feiertagen ein potenzieller Spannungsherd innerhalb der Gemeinde sein kann – sowohl unter regelmäßigen Gottesdienstbesuchern, die sich möglicherweise unter Druck gesetzt fühlen, als auch unter Gästen, die mit der Kultur der Kirche nicht vertraut sind. Dieses Problem wird durch große Veränderungen im Finanzverhalten, insbesondere bei jüngeren Menschen, verschärft.
Die Realität der Spenden zum Jahresende
König Salomo sprach in Sprüche 11,25 über die erneuernde Wirkung des Gebens: „Eine großzügige Seele wird gedeihen; wer andere erquickt, wird selbst erquickt.“
Während der Adventszeit ist es Aufgabe des Pastors, die Gemeinde einzuladen, diese Gaben durch ihre Großzügigkeit zu empfangen. Doch seit Salomos Zeiten hat sich viel verändert und Leitungskräfte in der gesamten Gemeinde müssen die Realitäten moderner Spendenakquise kennen, bevor sie ihr Anliegen darbringen.
Wie Sie wissen, ist der Dezember der wichtigste Monat für wohltätige Spenden.
Während die meisten Spenden von regelmäßigen Gottesdienstbesuchern stammen, bieten auch Besucher ein großes Potenzial für Unterstützung zu den Feiertagen. Eine Analyse ergab, dass 76 % der Spender nur gelegentlich spendeten, während 18 % monatlich und 6 % wöchentlich gaben.
Da unregelmäßige Besucher nicht regelmäßig am Gemeindeleben teilnehmen, spenden sie weniger aus Gewohnheit, Gehorsam oder Verbundenheit mit der Mission. Vielmehr sind ihre Gaben oft spontan oder emotional motiviert. Außerdem zeigen sich immer mehr Gelegenheitsbesucher bereit, gezielt für bestimmte Projekte statt für den allgemeinen Haushalt zu spenden.
Wenn Gemeindemitglieder sich zum Spenden entscheiden, bevorzugen sie zunehmend elektronische Methoden. Laut ChurchTrac verwenden 49 % der Spender ihre Kreditkarte oder andere elektronische Bezahlmöglichkeiten. Dieser Trend zeigt sich besonders bei jüngeren Generationen, die kein Bargeld mehr in den Klingelbeutel geben.
Nur 10 % der Generation Z verwenden für alltägliche Transaktionen Bargeld. 51 % nutzen regelmäßig digitale Wallets (Apple Pay, Google Pay usw.).
Diese Gegebenheiten bieten sowohl Chancen als auch Herausforderungen für die Gemeindeleitung. Auch weniger engagierte Mitglieder sind bereit, zu geben. Allerdings müssen sich Kirchen an die wandelnde Finanzkultur anpassen. Der erste Schritt ist vollständige Transparenz im Umgang mit den Finanzen.
Ich war nie ein Freund davon, von der Kanzel um Geld zu bitten.
Stattdessen bin ich ein großer Verfechter davon, dass Zehnten und Spenden eine Angelegenheit zwischen Gemeindemitgliedern und Gott sein sollten, ganz ohne Druck von außen. Gemeindeleiter sollten dafür beten, dass die Herzen ihrer Gemeindemitglieder offen sind und dass sie bereitwillig Gottes Ruf zur biblischen Großzügigkeit hören. Das heißt nicht, dass nicht über Finanzen gesprochen werden sollte — ganz im Gegenteil.
Leider haftet dem Einwerben von Spenden in Kirchen oft ein negativer Beigeschmack an. Von Fragen zu Steuervorteilen bis hin zu wohlhabenden Fernsehpredigern fragen sich viele Menschen, ob Kirchen ihr Geld wirklich dazu einsetzen, anderen zu helfen. Diese Vorurteile können zumindest teilweise überwunden werden, wenn die Verantwortlichen offenlegen, wie die Gelder verwendet werden.
Kirchen, die Transparenz leben, legen offen, wie jede einzelne Spende und jeder Zehnte verwendet wird. Sie übertragen außerdem die Verantwortung für Ausgabenentscheidungen an eine vertrauenswürdige dritte Instanz, etwa ein Finanzkomitee der Gemeinde.
Diese Vorgehensweise schafft Vertrauen in der Gemeinde, da so sichergestellt wird, dass keine einzelne Person alleinige Kontrolle über das Gemeindekonto hat.
Gerade zu Feiertagen wie Weihnachten und Ostern, wenn besonders viele Besucher die Gottesdienste besuchen, wird diese Transparenz noch wichtiger. Es gibt vielleicht nur eine oder zwei Gelegenheiten, neuen Gesichtern zu zeigen, wie verantwortungsvoll mit Zehnten und Spenden umgegangen wird.
Wenn Besucher miterleben, wie Pastoren offen und ehrlich über ihre Spendensammlungen sprechen, ist die Wahrscheinlichkeit viel größer, dass sie sich beteiligen. Dasselbe gilt für regelmäßige Teilnehmer.
Eine Kultur der Transparenz beim Geben zu etablieren, schafft bedeutende Möglichkeiten für Spenden, wenn die Gemeindemitglieder sehen können, wohin das Geld fließt, und sich als Teil der übergeordneten Mission fühlen.
Sobald Kirchen das „Warum“ des Gebens geklärt haben, können sie zum „Wie“ übergehen.
Der Chipotle-Ansatz für Spendenaufrufe
Das Einsammeln von Spenden hat sich im Laufe der Jahre erheblich verändert. Jeder kennt die Situation, in der Ordner während des Gottesdienstes die Kollekten sammeln und das Bargeld sowie die Schecks anschließend jede Woche manuell gezählt werden. Auch wenn der Opferkorb weiterhin eine wichtige Rolle spielt, gibt es jetzt ergänzende Möglichkeiten. Daher müssen Kirchenleiter sich an die neuen Vorlieben ihrer Gemeindemitglieder anpassen.
Heutige Spender bevorzugen das, was ich den „Chipotle-Ansatz“ nenne, bei dem sie frei wählen können, wann und wie sie geben – mit besonderem Fokus auf digitale, bargeldlose Optionen:
Spenden-Kioske
Oft im Haupteingang oder bei Veranstaltungen platziert, bieten Spenden-Kioske eine schnelle und unkomplizierte Möglichkeit, das Geben vor Ort zu steigern. Diese Kioske bestehen aus einem Tablet, einem Kartenleser und einer Spenden-App. Sie ermöglichen es Gemeindemitgliedern, ihre Spende kontaktlos mit dem Handy oder der Kreditkarte zu tätigen. Donorbox-Daten zeigen, dass Kioske im Durchschnitt eine Steigerung der Spenden um 35 % bewirken.
QR-Codes oder SMS-Spende
QR-Codes und SMS-Spenden-Tools leiten Gemeindemitglieder unkompliziert per Smartphone zu Spendenseiten weiter. Kirchen können einen großen QR-Code während der Ansagen hinter dem Pastor projizieren oder eine SMS-Spenden-Nummer im wöchentlichen Newsletter aufführen, um die Sichtbarkeit zu erhöhen und den Traffic zu steigern.
Near Field Communication (NFC) Tap Tags
Diese neuartige Spendenmethode nutzt eine kleine Plakette/Untersetzer, auf die Gemeindemitglieder mit ihrem Smartphone tippen und dadurch zu einem Menü oder einer Landingpage gelangen. Einige Kirchen haben begonnen, Tap Tags an den Rückenlehnen der Kirchenbänke anzubringen, um einen leichten Zugangspunkt zu schaffen.
Entwickeln Sie eine mehrschichtige Sichtbarkeitsstrategie
Kirchen sollten so viele dieser Werkzeuge wie möglich einsetzen, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Allerdings reicht es nicht, die Technik nur zu installieren – auch die Implementierung und Bewerbung muss gezielt erfolgen.
Zuerst empfiehlt sich ein mehrschichtiges Sichtbarkeitskonzept, das Spendenpunkte an verschiedenen Stellen der Kirche platziert. Kioske sollen ins Foyer oder andere gut sichtbare Bereiche, Tap Tags an die Bänke und QR-Codes in die Anzeige-Slides und den Gemeindebrief. Abschließend sollten diese Möglichkeiten auch während der Sonntagskollekte ausdrücklich erwähnt werden, um auf deren Verfügbarkeit aufmerksam zu machen.
Das Ziel ist, das Spenden für alle, die großzügig sein möchten, nahtlos und barrierefrei zu gestalten.
Der Vorteil von regelmäßigen Spenden
Über die Vereinfachung des Spendenprozesses hinaus bieten moderne Werkzeuge strategische Vorteile für Kirchenleiter. Kontaktlose Technik wie Tap Tags oder Spenden-Kioske kann wichtige Daten wie Namen, Adresse und E-Mail sammeln und diese automatisch in einer Kunden- oder Gemeindeverwaltungssoftware (ChMS) speichern. Wenn Spenden Personen zugeordnet werden können und man sich persönlich dafür bedankt, stärkt das Beziehungen und fördert langfristige Unterstützung.
Digitale Methoden ermöglichen außerdem eine nahtlose Dokumentenverwaltung und automatisieren zeitaufwendige Aufgaben wie die Ausstellung von Spendenbescheinigungen und das Nachverfolgen von Einnahmen. Verschiedene Fundraising-Plattformen erlauben es, Offline-Spenden zu erfassen und gleichzeitig jede Online-Spende nachzuverfolgen – für einen Gesamtüberblick an einem Ort.
Am wichtigsten ist jedoch: Diese Tools erleichtern regelmäßige Spenden und führen so zu planbaren Einnahmen und langfristiger finanzieller Stabilität. Monatliche Spender können sich online anmelden und ihre Beträge verwalten – genau so einfach wie heutzutage bei typischen App-Abos.
Bei Online-Spendenformularen kann dies z. B. bedeuten, sowohl Einmalzahlungen als auch wiederkehrende Intervalle anzubieten – aber durch optische Hinweise und Hervorhebung der Vorteile gezielt in Richtung Dauerspenden zu lenken. Daten zeigen, dass 64 % der Einmalspender bereit sind, auf regelmäßige Spenden umzusteigen, wenn sie gefragt werden. Dieser zusätzliche Einnahmestrom kann – bei vielen Mitgliedern – einen entscheidenden Unterschied für das Kirchenbudget machen.
Eine Kultur des großzügigen Gebens schaffen
Der Schlüssel, um Großzügigkeit in der Kirche in dieser Weihnachtssaison zu fördern, ist ein Ansatz ohne Druck – eng verbunden mit einer Kultur der Transparenz über die Kirchenfinanzen. Wenn dies mit zugänglichen Spendenmethoden kombiniert wird, schaffen Kirchenleiter Raum für den Segen, den Salomo in Sprüche 11,25 beschreibt: Wer großzügig ist, wird selbst gesegnet, und wer andere erfrischt, wird selbst erfrischt.
Diese Jahreszeit kann als Katalysator dienen, um das ganze Jahr über Gewohnheiten der Großzügigkeit zu entwickeln.
Wenn Geben mühelos und freudvoll statt unter Druck geschieht, werden die Gemeindemitglieder entsprechend reagieren.
