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Ich schreibe immer noch über Gemeindeneugründungen... Es ist eines meiner Lieblingsthemen. Aber ich muss Ihnen etwas sagen: Auch wenn es große Freude und Zufriedenheit bereitet, etwas Neues zu beginnen, geschieht das nicht ohne Opfer und Herausforderungen.

Selbst der enthusiastischste und optimistischste Gemeindegründer muss irgendwann die Probleme erkennen und angehen, die bei einer Gemeindeneugründung auftreten.

Was könnten also einige dieser Probleme sein? Schauen wir zunächst auf die frühe Kirche zurück—die Gemeindeneugründung schlechthin! Die ersten Apostel erlebten mit sowohl physischem Wachstum als auch zunehmender Vielfalt ganz sicher einige typische "Start-up"-Wachstumsprobleme. Beispielsweise:

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  • Spannungen zwischen Juden und Heiden (Apg 6,1–7)
  • Uneinigkeit über die Beschneidung (Apg 15,1–2)
  • Streitigkeiten über den Umgang mit politischen Führungskräften (Römer 13,1–7)
  • Kontroversen über Essgewohnheiten (Römer 14,1–4)
  • Rechtsstreitigkeiten zwischen Gläubigen (1. Korinther 6,1–7)
  • Verdrehung des Evangeliums (Galater 1,6–10) 
  • Uneinigkeit unter Gläubigen (Philipper 2,1–4)

Diese Beispiele zeigen noch nicht das ganze Bild, was einem Gemeindegründer begegnen kann, doch die persönlichen Erfahrungen der Apostel als die ursprünglichen Gemeindegründer (siehe 1. Korinther 4,9–13; 2. Korinther 6,3–10) könnten manche dazu bringen, ihre Entscheidung für diese Aufgabe und Berufung noch einmal zu überdenken! 

Unabhängig davon, wie man heute zum Thema Apostel steht, gilt: Das Wesen von Gemeindeneugründungen ist apostolisch. Ohne ein klares Bewusstsein für die eigene Berufung können die dafür nötigen Opfer und Herausforderungen jeden angehenden Gemeindegründer überwältigen. 

Wachstumsprobleme

Wir sehen anhand der Erfahrungen der ersten Gemeindegründer: Es gibt zwangsläufig Probleme und Herausforderungen bei Gemeindeneugründungen. Manche sind denen anderer gleich, andere sind spezifisch für die eigene Situation und Umstände.

Doch das muss Ihnen klar sein: Es wird gute und schlechte Probleme geben. Gute Probleme haben mit Wachstum zu tun. Schlechte Probleme haben auch mit Wachstum zu tun. Oft besteht der einzige Unterschied darin, wie Sie sie sehen und letztlich wie Sie damit umgehen.

Eine Armee von Freiwilligen inspirieren

Dankbarkeit

Eine besondere Herausforderung, auf die ich eingehen möchte, ist das Bauen eines Teams von Freiwilligen für Gemeindeneugründungen. Anders als in der Geschäftswelt, wo das Geldverdienen das Ziel ist (und deshalb Mitarbeiter eingestellt und entlassen werden können), besteht der Großteil der Gemeinde aus Ehrenamtlichen. 

Im Geschäftsleben werden Angestellte für ihre Arbeit bezahlt, mit Zusatzleistungen gelockt und oft für außergewöhnliche Leistungen belohnt. Natürlich gibt es auch in der Gemeinde Belohnungen—meist durch die Möglichkeit zu dienen oder zu leiten. Im Allgemeinen wird aber erwartet, dass Gemeindemitarbeiter treu dienen, unabhängig von einer Belohnung. 

Dies entspringt dem gemeinsamen Verständnis und der Erwartung, dass letztlich jeder Freiwillige Christus dient, nicht Menschen oder dem Mammon, und zwar aus einer tiefen Dankbarkeit für Gottes Vergebung durch Jesu stellvertretendes Opfer am Kreuz. 

Eine edle Sache

Eine Freiwilligenmannschaft, die sich immer wieder bereitstellt, muss davon überzeugt sein, dass sie sich einer edlen Sache widmet—etwas, das größer ist als sie selbst und sowohl moralische als auch geistliche Exzellenz zum Ausdruck bringt.

Ich könnte es so ausdrücken: Eine edle Sache ist ein bewegender Aufruf, etwas Selbstloses mit dem eigenen Leben zu tun und dadurch anderen Gutes zu bewirken. Ohne diese Überzeugung, ohne diese innere Haltung wird kontinuierliche Arbeit von einer Schar Freiwilliger kaum möglich sein. 

Sie mögen vielleicht weiterhin Mitglieder des "Clubs" bleiben, aber sie könnten sich aus ihrem Engagement und der Bereitschaft zu dienen zurückziehen. Denken Sie daran: Schon lange vor dem echten Verlassen beginnt die innere Distanzierung. Manche Menschen bleiben noch jahrelang, obwohl sie innerlich nicht mehr dabei sind. Andere Beweggründe halten sie: Freundschaft, Bindung an die "Marke" oder vielleicht einfach das Fehlen anderer Möglichkeiten.

Wenn eine edle Sache nicht mehr erreichbar erscheint oder sie nicht mehr Teil davon sein können, untergräbt Unsicherheit die Überzeugung, die ehemals den Gebenden zum Geben, den Dienenden zum Dienen und den Mitarbeitenden dazu motiviert hat, die so dringend benötigte Arbeit zu tun.

Die Vision

Sprüche 29,18 (LUT): „Wo keine Vision ist, verwildert das Volk.“ Die Idee dahinter ist einfach: Menschen brauchen Inspiration. Vision inspiriert, bewegt das Herz und regt den Verstand an. Fehlt sie, verlieren Menschen im wahrsten Sinne des Wortes den Mut und suchen sich andere Ziele, denen sie ihr Leben widmen können. 

Sehen zu können—und klar zu sehen—ist eine Gabe. Kombiniert man das mit einer weiteren Gabe—Leidenschaft und Führung—sind Menschen bereit, sich leiten zu lassen. Wenn die Vision verständlich vermittelt und zur Teilhabe eingeladen wird (nicht nur gebraucht oder gefordert), engagiert sich die Freiwilligenarmee mit Hingabe für die Mission. Es ist dann nicht nur eine edle Sache, für die man lebt, sondern man glaubt auch, dass das eigene Opfer einen Unterschied machen wird. 

Starke Vision und überzeugende Führung schenken denen Grund und Ziel, die dienen wollen.

Angst, Schuld, und Scham

Es gibt jedoch noch andere Motivatoren – mächtige Kräfte –, die Menschen zum Dienen bewegen: Angst, Schuld und Scham. Tragischerweise sind dies genau die Dinge, von denen wir in der Kirche frei sein sollten. 

Leider werden diese drei – Angst, Schuld und Scham – weil sie so starke Gefühle hervorrufen, manchmal eingesetzt, um Menschen zu motivieren. Die Bibel lehrt, dass Angst letztendlich mit Tod und Verdammnis zu tun hat. In Hebräer 2,14-15 aber heißt es über Jesus: 

„Da nun die Kinder Menschen aus Fleisch und Blut sind, ist auch er in gleicher Weise Mensch geworden, um durch seinen Tod den zu entmachten, der die Macht über den Tod hatte, nämlich den Teufel, und um all jene zu befreien, die ihr Leben lang durch Angst vor dem Tod in Knechtschaft gehalten wurden.“ 

In Bezug auf Schuld lehrt die Bibel, dass dies das Gefühl ist, das wir erleben, wenn wir von Sünde überführt werden; das heißt, getrennt von Gott durch unseren gefallenen Zustand. Dies betrifft nicht nur unsere Taten, sondern auch den Zustand unserer Herzen und Gedanken. 

Mark Banyard

Redaktionelle Empfehlung

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Seltsam ist, obwohl Schuldgefühle unangenehm sind, kann uns deren Abwesenheit dazu verleiten zu glauben, alles sei in Ordnung, auch wenn es nicht so ist. Der Zustand der Lepra veranschaulicht, was geschieht, wenn wir kein Schuldempfinden haben: Der schaurige Verlust von Gliedmaßen, den ein Leprakranker erleidet, resultiert aus dem Verlust des Schmerzempfindens, sodass Warnsignale nicht mehr wahrgenommen oder beachtet werden.

Schuld ist ein starkes Gefühl und, ob sie nun berechtigt oder nicht ist – wahre Schuld funktioniert wie eine Warnung, dass etwas nicht stimmt, das Gott wieder in Ordnung bringen möchte! Das sagen die Schriften dazu:

„Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht: er vergibt uns unsere Sünden und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.“ – 1. Johannes 1,9

„Jetzt gibt es also keine Verurteilung mehr für diejenigen, die in Christus Jesus sind.“ – Römer 8,1

Einfach gesagt: Schuld hat mit Sünde zu tun. Wenn sie uns zur Umkehr führt, vergibt uns Gott nicht nur, sondern reinigt uns auch, das heißt, er macht uns wieder heilig. Verurteilung müssen wir nicht länger tragen – nicht, weil sie ungerechtfertigt oder unfair wäre, sondern weil Gottes Sohn, Jesus, für unsere Sünde gestorben ist und damit Gottes Forderung nach dem vollkommenen Opfer für die Sünde der Welt erfüllt hat.

Und schließlich gibt es noch die Scham. Scham ist ein schmerzhaftes Gefühl der Demütigung und Peinlichkeit. Es entsteht, wenn wir wissen, dass wir etwas Falsches oder Dummes getan haben. 

Adam und Eva waren in jeder Hinsicht vollkommen, solange sie im Garten in Beziehung zu Gott lebten. Als sie das eine taten, wovor Gott sie gewarnt hatte, brachte ihre Sünde sie sofort dazu, sich zu schämen, und so versteckten sie sich vor Gott (1. Mose 3,8-10). 

Biblische Scham ist eine Folge der Sünde; aber wie bei Schuld verspricht Gott, dass er uns unsere Scham nimmt, wenn wir in Reue und Glauben zu ihm umkehren. 

„Denn es heißt in der Schrift: Wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.“  – Römer 10,11

Göttliche Motivatoren

Wenn intrinsische Motivatoren nicht stark genug sind, dann werden Freiwillige ihre Arbeit einstellen. Und wenn die Dinge, die motivieren, nicht in den Einzelnen selbst zu finden sind, dann müssen sie von außen kommen. 

Es ist eine Tatsache des Lebens, dass Führungskräfte führen und diejenigen, die nicht führen, tendenziell folgen. Es stimmt auch, dass es mehr Nachfolgende als Führende gibt. Deshalb können und werden große Dinge erreicht, wenn Führungspersönlichkeiten jene, die folgen, weiterhin motivieren und wenn diejenigen, die freiwillig folgen, auch die Überzeugung und Entschlossenheit dazu haben. 

Was hat das alles mit Gemeindegründung zu tun? Nun, eine Gemeindegründung ist im Grunde gar nicht so anders als ein Geschäfts-Start-up. Am Anfang braucht es jemanden, meist mit unternehmerischem Profil, der sowohl Vision (eine Idee) als auch Überzeugung (Entschlossenheit) hat, etwas geschehen zu lassen. 

Diese Person glaubt nicht nur daran, dass es möglich ist, sondern – noch wichtiger – auch an sich selbst, es tun zu können. Kombiniert man dies mit einer guten Portion Ehrgeiz, entsteht eine hochmotivierte Person, die wahrscheinlich andere (Mitarbeitende) braucht, um ihren Traum Wirklichkeit werden zu lassen! 

Das unterscheidet sich nicht wesentlich von Gemeindegründern/Pastoren, die von Gott eine Vision bekommen haben, eine Gemeinde zu gründen, und glauben, dazu von Gott berufen zu sein. Sie sind meist hochmotivierte, begeisterte und ehrgeizige Persönlichkeiten, die andere inspirieren wollen, sich der neuen Gemeinde anzuschließen, die sie starten. 

Manche tun dies, indem sie eine frische, aufregende Vision verkaufen, während andere allein durch ihre charismatische Persönlichkeit Freiwillige gewinnen können. Wenn beides zusammenkommt – also eine begeisternde Vision, vermittelt von einer fähigen, überzeugenden und anziehenden Führungspersönlichkeit – dann möchten Menschen Teil davon werden. 

Das ist ein guter Anfang, aber in der Regel beginnt der eigentliche Test der Hingabe eines Freiwilligen erst nach Beginn der Arbeit … wenn aus Tagen Wochen, aus Wochen Monate und aus Monaten Jahre werden – und die Dinge vielleicht nicht wie geplant laufen. 

Es wird mehr von denselben Leuten verlangt, die bisher alles getan und treu gegeben haben – unter dem Versprechen, dass, sobald die Arbeit ein wenig wächst, weitere dazukommen und die Last teilen werden. (Nur am Rande: Ein größeres Team ändert nichts am 80/20-Prinzip, nämlich dass meist 80 % der Arbeit von 20 % der Menschen erledigt wird – unabhängig davon, wie viele Menschen insgesamt beteiligt sind!) 

Damit sind wir wieder beim Thema Motivation angelangt. Wenn Freiwillige müde oder vielleicht etwas desillusioniert sind, brauchen sie meist ein wenig mehr Motivation von der Führungskraft, der sie folgen. In der Geschäftswelt ist das Versprechen von zusätzlicher Belohnung für besonderen Einsatz übrigens längst nicht so häufig, wie man denkt. 

Viel häufiger ist es die „Leistungsbewertung“, die Mitarbeitende subtil einschüchtert, indem sie „Verbesserungsbereiche“ aufzeigt. Die größte Angst ist dabei das Scheitern mit der Folge der Entlassung, also: „Sie sind gefeuert!“ In der Gemeinde passiert das so nicht, jedenfalls nicht bei Freiwilligen. 

Oh ja, es gibt Zeiten, in denen Menschen gebeten werden zu gehen, und in Extremfällen werden sie ausgeschlossen; aber selten gibt es Leistungsbewertungen und noch seltener werden klar messbare Ziele vereinbart. 

Dienerschaft

In diesem Moment ist die Versuchung für Gemeindegründer/Führungskräfte groß, die „Dienerkarte“ zu spielen. Das Argument lautet dann etwa so: „Wenn wir niemanden einstellen, können wir auch niemanden entlassen, der nicht arbeitet. Also müssen wir einen anderen – überzeugenden – Weg finden, das Freiwilligenteam zu motivieren.“ 

Also wird die Dienerkarte gezogen! Was ist die Dienerkarte? Kurz gesagt: Man sagt den Leuten, dass Gott uns zum Dienen berufen hat (was stimmt). Doch dieser Hinweis wird meist nicht zur Inspiration, sondern um ein Gefühl der Verpflichtung zu erzeugen. Hier wirken eher Angst, Schuld und Scham, als dass Gottes Liebe, Barmherzigkeit und Gnade betont werden. 

Wieder lautet der Gedanke: Weil Gott etwas für dich getan hat, musst du ihm jetzt dienen. Selten wird es so ausgesprochen, aber es ist deutlich zu spüren: Es ist Zeit, etwas zurückzuzahlen! Die Motivation zum Dienen, die zwingend beim Führen einer freiwilligen Gemeinde verstanden werden muss, sollte aus einem von Dankbarkeit überwältigten Herzen entspringen, sodass Dienen Freude und Lust ist.

Danksagungen an Gott sind nur dann heilig, wenn sie freiwillig gegeben werden. Werden wir zum Dienen verpflichtet, wird unser Opfer zu einer Zahlung. Wir bleiben Diener, anstatt zu Söhnen und Töchtern Gottes zu werden. Wir stellen fest, dass Gottes „unbedingte Liebe“ doch Bedingungen hat. Am Ende haben wir kein Geschenk von Gott empfangen, sondern etwas mit Bedingungen. 

Das ist ein echtes Problem in der Kirche. Es gäbe nicht so viele Bücher über das Pflanzen und Wachsen gesunder Gemeinden, wenn es anders wäre. Aber genau das möchte ich Ihnen mitgeben, besonders wenn Sie eine Gemeinde gründen wollen: 

Wenn es darum geht, Gottes Volk zum Dienst zu motivieren, muss der Fokus immer darauf liegen, dass wir ein Geschenk erhalten haben, das keiner von uns verdient hat: Gottes Liebe, Barmherzigkeit und Gnade. Der Schlüssel liegt in der Dankbarkeit – nicht im Pflichtgefühl.

Das Vorrecht der Leitung

Doch wenn es um Leitung geht, muss man sie immer als Vorrecht verstehen. Das Vorrecht? Gottes Volk in ihre Bestimmung und Berufung als Leib Christi zu führen, im Vertrauen darauf, dass Gott – wie er versprochen hat – seine Gemeinde bauen wird, während du aus Ruhe und Glauben heraus dienst.

Gläubige dürfen niemals als Ressource zur Erledigung der Aufgaben betrachtet werden, sondern als Schafe, die dir zur Fürsorge anvertraut sind. Schließlich bist du gemeinsam mit ihnen die Gemeinde, die Kinder Gottes, der Leib Christi, ein Königreich und Priester des Höchsten Gottes!

Weitere Informationen zum Prozess der Gemeindegründung findest du in meinem einführenden Artikel „Eine neue Gemeinde gründen“ oder du erhältst spezifische Ratschläge zur Gemeindegründung hier.

Und um deiner Gemeinde und Gottes Botschaft zu helfen, noch mehr Menschen zu erreichen, erfährst du, wie du dafür YouTube nutzen kannst, in diesem Artikel.

Mark Banyard

Seit 1995 stattet Mark Gläubige aus und befähigt sie, das Reich Gottes auf Erden voranzubringen. Gemeinsam mit seiner Frau Jane reist er viel und dient der Gemeinde durch das Wort und die Kraft des Geistes. Zuvor waren beide viele Jahre im lokalen pastoralen Dienst tätig. Mark besitzt einen BA in Soziologie und einen MDiv in Beratung. Er hat zwei Bücher geschrieben: „Entering the Sabbath Rest“ und „Beyond the Cross“.